10 Vorurteile gegen Holz

Es brennt, es fault, es wird feucht und morsch und es wird vom Holzwurm aufgefressen das sagt man dem Holz nach. Völlig zu unrecht. Denn bei näherer Betrachtung sind diese Vorurteile nicht nur unbegründet, sie verwandeln sich sogar in Vorteile.

1. Holz brennt leicht...

Falsch. Ein Holzbalken hält Feuer länger stand als z.B. ein Betonpfeiler oder Stahlträger. Holz enthält bis zu 15% Wasser, das bei einem Brand erstmal verdampft werden muss (bei einer Tonne Holz sind das 150 kg). Außerdem wirkt die Kohleschicht wie eine Art Schutzmantel.

2. Holz ist nicht langlebig...

Falsch. Die Gegenbeweise stehen in jeder Altstadt: Fachwerkhäuser. Teilweise sogar aus dem 13. Jahrhundert, sind die Holzrahmen dieser Häuser immer noch in hervorragendem Zustand. Oder Venedig: Wie jeder weiß, steht die Lagunenstadt auf Holzpfählen - und das seit über 800 Jahren.

3. Holz ist nicht robust...

Falsch. Holz ist im Verhältnis zu seiner hohen Festigkeit relativ leicht. Deshalb ist es heute wieder ein beliebtes Baumaterial für Hallen, Brücken, Industriebauten, Kindergärten etc. Die Olympiahalle in Lillehammer, das "Wikingerschiff", ist z.B. aus Holz.

4. Holz isoliert schlecht...

Falsch. Die Zellstruktur des Holzes speichert die Wärme. Deshalb ist Holz ein ganz schlechter Wärmeleiter, und das ist gut für die Dämmung. Sie können das selbst ausprobieren. Halten Sie Ihre Hand zuerst auf eine Holzplatte und dann auf einen Backstein. Das Holz fühlt sich wärmer an.

5. Holz wird feucht...

Falsch. l Holz wird häufig als Baustoff in feuchter Umgebung wie z.B. Hallenbädern, Saunen und Badezimmern eingesetzt, weil es feuchtigkeitsregulierend wirkt. Wichtig ist nur, dass feuchtes Holz auch wieder trocknen kann.

6. Holz ist rustikal...

Falsch. Holz steht mehr denn je für eine neue, moderne Architektur und ermöglicht leichte, phantasievolle Konstruktionen. Außerdem gibt es Holzprodukte heute in den unterschiedlichsten Formen und Farben, vom flippigen Profil bis zum extravaganten Parkett.

7. Holz wird von Schädlingen befallen

Falsch. Es gibt drei Möglichkeiten des Holzschutzes: 1. Den baulichen Holzschutz, der verhindert, dass das Holz feucht und damit anfällig wird (z.B. mit Dachvorsprüngen oder hinterlüfteten Verschalungen). 2. Den natürlichen Mitteln wie Wachs und Leinöl. 3. Den chemischen Holzschutz, der aber immer mehr an Bedeutung verliert. Bauholz z. B. muss nicht imprägniert werden, wenn es technisch getrocknet wurde.

8. Holz wird knapp...

Falsch. Die Forstwirtschaft arbeitet nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. D.h. es wird nicht mehr Holz genutzt als nachwächst. Der jährliche Neuzuwachs (ca. 60 Mio. m³) wird zur Zeit zu 2/3 genutzt. Darüber hinaus fällt ein Grossteil des Holzes bei der Durchforstung an. Durchforstung ist Waldpflege und sichert stabile, gesunde Bestände.

9. Holz ist teuer...

Falsch. Bauen mit Holz ist eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen. Besonders die heimische Fichte oder die nordische Kiefer ist ein preiswerter Baustoff. Weil sich Holz leicht verarbeiten lässt wird die Bauzeit kürzer und man kann viel in Eigenleistung erledigen. Richtig angewandtes Holz ist ein Energiesparer - d.h. niedrige Betriebskosten.

10. Holz ist was für Ökos...

Falsch. Wenn man bedenkt, wie feuerbeständig, langlebig, robust, umweltfreundlich und günstig Holz ist, dann ist es einfach für jeden etwas.

Quelle: hiwo®t "holz & leben"